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Der TL1000-Spezialist

 



Suzuki Rückrufaktion

Suzi come back

Alle ausgelieferten Suzuki TL 1000 müssen in die Werkstatt zurück

Am Donnerstag, den 5. Juni 1997 gab Suzuki in einer Pressekonferenz die wohl spektakulärste Rückrufaktion ihrer Firmengeschichte bekannt. Weltweit müssen mehr als 10000, bundesweit rund 1500 TL 1000 S in die Werkstatt, außerdem wurde ein Auslieferungsstopp für Neumaschinen verhängt. Der Grund: eklatante Fahrwerksmängel.

Bereits bei Testmotorrädern war die Neigung zu starkem Lenkerschlagen aufgefallen. Während dieses sogenannte Kickback - wenn überhaupt - bei schnellen Motorrädern nur bei sehr hohen Geschwindigkeiten ein Thema ist, zuckte die TL bereits bei Landstraßentempo auf welliger Fahrbahn beim Beschleunigen ständig mit dem Lenker und überraschte selbst erfahrene Testpiloten mit gefährlichem Lenkerschlagen.

Suzuki ist sich der Brisanz der Lage offensichtlich bewußt. So steht im Anschreiben an die Kunden: „Bis zur Erledigung der Abhilfemaßnahme sollten Sie von weiteren Fahrten absehen und die Anfahrt zu Ihrem Suzuki-Händler nur mit angemessener Geschwindigkeit durchführen.“ Der Anbau eines Lenkungsdämpfers soll nun das Problem aus der Welt schaffen, eine Maßnahme, die MOTORRAD bereits mit Nachrüstdämpfern erfolgreich ausprobiert hat.

Auf weitere Fahrwerksschwächen wie das kippelige Fahrverhalten in Schräglage bei welliger Fahrbahn angesprochen, beschwichtigte Vertriebsleiter Bert Poensgen: „Suzuki reagiert, wenn es der Markt verlangt.“ Er schließt die Homologation eines 180er Hinterreifens anstelle des kritisierten 190er Gummis nicht aus.

Aber nicht nur Fahrwerksmängel moniert die Kundschaft. Vom ständigen Schieberuckeln bei Konstantfahrt ist nicht nur die Dauertestmaschine betroffen, sondern Leser-Zuschriften von TL-Treibern bestätigten dieses Problem. Eine detaillierte zweiseitige Anleitung zur Synchronisation der Drosselklappen und der Einstellung des Drosselklappensensors soll diesen Mangel beheben. Beim Dauertestmotorrad zeigte die aufwendige Prozedur allerdings nur kurzzeitig Wirkung. Inzwischen tritt bei Konstantfahrt erneut, wenn auch abgeschwächt, das lästige Schieberuckeln auf.

Außerdem plagt ein weiteres, womöglich gravierendes Problem den potenten V-Motor. Bei der MOTORRAD-Daurtestmaschine fiel bei Kilometerstand 6000 im Rahmen der Ölstandskontrolle eine wundersame Ölvermehrung auf. Geruchsproben ließen Kraftstoff im Öl vermuten. Eine Laboranalyse bestätigte tatsächlich einen Kraftstoffanteil von 19 Prozent. Dieser verringert die Viskosität bei 100 Grad Celsius auf unter 50 Prozent, womit die Schmierfähigkeit stark eingeschränkt und ein Motorschaden auf Dauer nicht auszuschließen ist.

Nachfragen bei Suzuki ergaben den berühmten Einzelfall. Dem widersprechen aber zwei weitere Händlerbenachrichtigungen von Suzuki Deutschland vom 25. März 1997 über die Erstbefüllung von Neufahrzeugen mit Motoröl und die Verwendung von synthetischen Schmierstoffen bei Viertaktmotoren. Demzufolge ist bei der Erstbefüllung, die nur mit Mineralöl erfolgen darf, auf korrekten Ölstand zu achten. Erst nach der Einlaufphase von 4000 bis 5000 Kilometer dürfen voll- oder teilsynthetische Schmierstoffe verwendet werden. Offensichtlich aufgetretene Schäden im Kolbenringbereich führt Suzuki auf Mißachtung dieser Vorschriften zurück und will Schadensfälle in Zukunft nicht mehr auf dem Garantieweg erledigen. Es scheint, als wollen die Japaner die zu erwartenden Kosten auf die Händler abwälzen. Denn der Kunde, der sein Motorrad immer brav zur Inspektion in die Werkstatt gibt, kann dafür ja wohl nicht verantwortlich gemacht werden. Die Frage, ob die Erprobung nicht ausreichend war und der Kunde den Versuchsfahrer spielt, weist Bert Poensgen weit von sich, räumt gegenüber MOTORRAD jedoch ein, daß sich Suzuki mit diesem Motorrad auf Neuland begeben habe, weshalb gewisse Problem in der Anfangsphase nicht auszuschließen seien. Bleibt nur zu hoffen, daß der ersten Rückrufaktion keine weiteren folgen. Schließlich trat an der MOTORRAD-Dauertestmaschine erneut Ölverdünnung auf. Zudem quittierte die TL 1000 mit defekten Zündkerzen den Dienst. Über die jetzt fälligen Maßnahmen wird MOTORRAD weiter informieren.

WS


Suzukis TL 1000 S kämpft mit Kinderkrankheiten

Problemkind

Leider kann die Suzuki TL 1000-Dauertestmaschine nicht so richtig begeistern. Viele Kinderkrankheiten vereiteln die Freude.
Gefährliches Lenkerschlagen hat auch schon hartgesottene Testfahrer Respekt eingeflößt. Fahrversuche von MOTORRAD mit dem neuen Metzeler-0-Grad-Stahlgürtelvorderreifen ME Z 4 führten zu guten Ergebnissen. Ein gegenüber der Originalbereifung deutlich geringeres Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage und leichteres Einlenken kennzeichnen die Neukonstruktion. Auch dem Kickback wirkt der neue Wundergummi entgegen. Durch die bessere Eigendämpfung fängt das Lenkerschlagen erst viel später an, und dann auch nur mit halber Kraft und halber Frequenz. Schade nur, daß der ME Z 4 auch in den neuesten Reifenfreigaben von Suzuki für die TL 1000 S noch keine Berücksichtigung findet. So bleibt den TL 1000-Fahrern nur die Möglichkeit auf dem freien Markt nach einem Gutachten für die Eintragung des empfehlenswerten Reifen Ausschau zu halten.

Als weitere Maßnahme gegen das Lenkerschlagen erprobt MOTORRAD derzeit verschiedene Lenkungsdämpfer für die Suzuki TL 1000 . Die Ergebnise werden in einem der nächsten Hefte nachgereicht.

Ein weiteres Problem, das viele TL 1000-Fahrer beklagen trifft auch unsere Dauertestmaschine: Ruckeln und Fehlzündungen im Standgas und Teillastbereich.

Die Ursache hierfür liegt in einer mangelnden Syncronisation der Drosselklappen. Eine genaue Anleitung zur Problembeseitigung liegt jedem Vertragshändler vor.

Tiefgreifender muß wohl die Lösung für die wundersame Ölvermehrung an unserer Dauertestmaschine sein. Bei routinemäßigen Ölstandskontrollen viel ein immer zu hoher Ölstand auf, obwohl der jeweils entsprechend korrigiert wurde. Die Ergebnisse einer Ölprobenuntersuchung brachten dann die Erklärung. Ölverdünnung durch Kraftstoff war die Ursache für die wundersame Ölvermehrung. Das untersuchte Öl wies einen Kraftstoffanteil von 19,2 % auf. Damit erreicht das Motoröl bei 100 Grad Öltemperatur nur noch die Hälfte der geforderten Viskosität und Schmierfähigkeit. Die Folge: Bei Dauerbelastung ist ein Motorschaden nicht auszuschließen.

MOTORRAD wird sie weiter auf dem laufenden halten.